Lichtblick 

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Aktualisiert: Feb 25

Das langjährige Mitglied Dagmar Boldt präsentiert in diesem Interview ihr neustes Fotobuch. Gute Stadtfotografie und gekonnte Buchgestaltung mit Adobe Lightroom stehen im Mittelpunkte. Darüberhinaus Tipps worauf man schon beim Fotografieren achten sollte damit die Buchgestaltung gelingt und der eigene Bildband ein Erlebnis wird.

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Wenn ich den Bildband Die Bonner Republik durchblättere steht mir meine Jugend wieder vor Augen. Die politischen Größen jener Zeit wurden von einem Fotografen begleitet, der meine Wahrnehmung von denen da oben wesentlich mitprägte. Seine Bilder gingen durch die großen Magazine, ans Internet war noch nicht zu denken. Später während des Studiums sagte mir der deutsche Bildjournalismus nicht viel. Ich empfand die Fotografie zu sehr angepasst an Seherwartungen und Sehgewohnheiten. Vielleicht war es auch nur mein Verlangen neue Bildwelten zu entdecken, auf denen sich nicht der Staub vergangener Jahre abgesetzt hatte. Die Bilder Darchingers und anderer seiner Kollegen empfand ich bald als Hofberichterstattung, Darstellungen wie sich die Mächtigen sehen wollten und wie sie gesehen werden sollten. Als ich Josef Darchinger auf einer Ausstellungseröffnung traf, begegnete mir der Mensch Darchinger hinter seiner Fotografie. Mir wurde bewusst, dass sein Lebenswerk auch davon abhängig gewesen war, wie aufgeschlossen, freundlich und entschlossen sein Auftreten sein musste. Er gewann Vertrauen, weil er die Menschen für sich gewann. Er nahm sie in seine Begeisterung für Fotografie mit hinein. Wer kann einem solchen Mann widerstehen, der einfach das lebt was er sieht und fotografiert. Danke Jupp für das Bildzeugnis einer Zeit, die aus heutiger Sicht heil und überschaubar wirkt. Eine Zeit, in der Politik noch nahbar und von menschlichen Zügen gezeichnet war. Eine Zeit, in der die Pressefotografie noch nicht zwischen Werbeeinschüben und Datenschutz ihre Daseinsberechtigung weitgehend eingebüßt hat. Der Staffelstab liegt heute vielleicht mehr bei den Freizeitfotografen, die es wagen die Kamera von sich selbst weg auf die Welt um sich herum zu richten. Wie das geht hat Josef Heinrich Darchinger vorgemacht.




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Als ich Lang Lang am 9.8.2005 das erste mal traf war es eine Offenbarung. Ein Künstler, der rückhaltlos Gefühle zeigte. Das Publikum sollte ihn bald in aller Welt dafür lieben. Musik und äußere Form bildeten eine Einheit, wie ich sie selten bei Auftritten erlebte. Wie es meine Art war, hatte ich mich in etwa 15 Metern Entfernung in einen Winkel des Konzertsaals gekauert, meine Kamera mit Schallschutz versehen und wie ein Jäger auf das Erscheinen eines scheuen Rehs gewartet. Dabei ging es weniger um die Empfindlichkeit des Künstlers selbst als um das Publikum, das mich in keiner Weise bemerken durfte. Ich galt beim Veranstalter als unsichtbar und musste meinem Ruf immer wieder neu gerecht werden. In der Regel bedeutete dies dreißig bis sechzig Minuten lang möglichst regungslos aktiv zu sein. Auge, Ohr und Verstand sind in solchen Situationen äußerst angespannt und lauerten auf die richtigen Momente. Alles stimmte an diesem Abend. Meine Berechnung, durch den aufgeklappten Flügel ein gutes Blickfeld zu haben, hatte sich bestätigt. Die Reflexe des Klavierdeckels wirkten wie Klangtropfen und vollendeten diesen Moment zu einem unvergesslichen Bild.



Lang Lang 2005, Kieler Schloss



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