Lichtblick 

Geschichten für Fotofans.

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Lernen von: Josef Darchinger

Wenn ich den Bildband Die Bonner Republik durchblättere steht mir meine Jugend wieder vor Augen. Die politischen Größen jener Zeit wurden von einem Fotografen begleitet, der meine Wahrnehmung von denen da oben wesentlich mitprägte. Seine Bilder gingen durch die großen Magazine, ans Internet war noch nicht zu denken. Später während des Studiums sagte mir der deutsche Bildjournalismus nicht viel. Ich empfand die Fotografie zu sehr angepasst an Seherwartungen und Sehgewohnheiten. Vielleicht war es auch nur mein Verlangen neue Bildwelten zu entdecken, auf denen sich nicht der Staub vergangener Jahre abgesetzt hatte. Die Bilder Darchingers und anderer seiner Kollegen empfand ich bald als Hofberichterstattung, Darstellungen wie sich die Mächtigen sehen wollten und wie sie gesehen werden sollten. Als ich Josef Darchinger auf einer Ausstellungseröffnung traf, begegnete mir der Mensch Darchinger hinter seiner Fotografie. Mir wurde bewusst, dass sein Lebenswerk auch davon abhängig gewesen war, wie aufgeschlossen, freundlich und entschlossen sein Auftreten sein musste. Er gewann Vertrauen, weil er die Menschen für sich gewann. Er nahm sie in seine Begeisterung für Fotografie mit hinein. Wer kann einem solchen Mann widerstehen, der einfach das lebt was er sieht und fotografiert. Danke Jupp für das Bildzeugnis einer Zeit, die aus heutiger Sicht heil und überschaubar wirkt. Eine Zeit, in der Politik noch nahbar und von menschlichen Zügen gezeichnet war. Eine Zeit, in der die Pressefotografie noch nicht zwischen Werbeeinschüben und Datenschutz ihre Daseinsberechtigung weitgehend eingebüßt hat. Der Staffelstab liegt heute vielleicht mehr bei den Freizeitfotografen, die es wagen die Kamera von sich selbst weg auf die Welt um sich herum zu richten. Wie das geht hat Josef Heinrich Darchinger vorgemacht.




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